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Relevanz für die Gastronomie

Kunststoffprodukte und Verpackungen tragen in der Gastronomie dazu bei, Lebensmittel zu schützen, ihre Sicherheit zu gewährleisten und ihre Haltbarkeit zu verlängern. Gleichzeitig verursachen Herstellung, Nutzung und Entsorgung von Kunststoffen einen hohen Ressourcenverbrauch und belasten die Umwelt. Zudem verschärfen sich die gesetzlichen Anforderungen an Verpackungen und Abfälle kontinuierlich.

Prüfen Sie daher, wo sich Verpackungen vermeiden, reduzieren oder durch geeignetere Alternativen ersetzen lassen. Weitere Informationen und praktische Hilfestellungen finden Sie zum Beispiel unter Maßnahmen zum Schutz von Ressourcen bei METRO Deutschland.

Eine effiziente Abfallvermeidung und Abfalltrennung senkt nicht nur die Umweltbelastung, sondern kann auch Entsorgungskosten reduzieren. Dies gilt für Kunststoffabfälle ebenso wie für andere Abfallarten. Gleichzeitig stärken Sie die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und fördern ein nachhaltiges Image Ihres Betriebs.

Vorteile

  • Weniger Abfall und geringere Entsorgungskosten
  • Einsparung von Ressourcen und Verpackungsmaterial
  • Unterstützung der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben
  • Verbesserung von Image und Reputation
  • Reduzierung von Umweltbelastungen
  • Effizientere Abfalltrennung und Entsorgungsprozesse
  • Beitrag zu einer sauberen lokalen Umgebung
  • Attraktivität für umweltbewusste Gäste erhöhen

Wussten sie, dass...

Plastikabfall

... die generelle Recyclingquote für Kunststoffe nur 9,5 % beträgt?

Mülltüten

... Plastik mindestens 100 Jahre braucht, um abgebaut zu werden?

Wasserverschmutzung durch Plastik

... es bis 2050 mehr Plastik als Fische (nach Gewicht) in den Ozeanen geben wird, wenn wir nichts dagegen unternehmen?

Glückliche Menschen um die Erde

... 63 % der Millennials bereit sind, mehr für nachhaltige Angebote zu bezahlen?

Tipps

Für die Gastronomie gibt es vielfältige Möglichkeiten, um die Menge an Plastikmüll zu reduzieren.

Beginnen Sie mit der Auswertung Ihres Plastikmülls

Ein simples Abfallgutachten zeigt Ihnen, welche Kunststoffe bei Ihnen anfallen und worauf Sie sich zur Reduzierung von Plastik- und Verpackungsmüll konzentrieren können. Sehen Sie sich die folgenden Beispiele an, die Ihnen als Orientierung dienen können.

Lieferverpackungen Lebensmittelverpackungen Wasserflaschen Verpackungen zum Mitnehmen Handschuhe, Masken
Produkt Lieferver­packungen Lebensmittel­verpackungen Wasser­flaschen Verpackungen zum Mitnehmen Handschuhe, Masken
Verpackungsart PVC / PVDC PET, rPET PET, rPET Behälter aus PET Vinyl, latex, polyester
Material Kunststoff aus Erdöl mit Zusatzstoffen Kunststoff aus Erdöl Kunststoff aus Erdöl Kunststoff aus Erdöl Kunststoff aus Erdöl mit Zusatzstoffen, extrahiert
Entsorgung Normaler Müll Kommt auf den Inhalt an. Einige können im normalen Müll entsorgt werden, manche nicht. Recycling­behälter Recycling­abfall oder normaler Müll (bei Lebensmittel­rückständen) Normaler Müll
Ihr Plastikmüll kg / Monat kg / Monat kg / Monat kg / Monat kg / Monat
Denken Sie darüber nach Beansprucht Platz in Ihrem Abfalleimer, für den Sie möglicherweise bezahlen. Bitten Sie Ihren Lieferanten, den Abfall bei der Lieferung zurückzunehmen. Fragen Sie Ihren Lieferanten nach Alternativen, weniger oder einfacheren Verpackungen, die sich leicht reinigen und trennen lassen. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Lieferanten nach einem Mehrwegpfand für Plastikkisten. So können Sie die Menge der zu entsorgenden Plastikverpackungen und Flaschen reduzieren. Die Kunden wollen nicht, dass zusätzliches Plastik ihre Mülleimer füllt. In Europa sind Einwegartikel aus Plastik seit 2021 gesetzlich verboten. Fragen Sie Ihre Lieferanten nach Alternativen. Sprechen Sie mit Ihren Lieferanten, welche Alternativen vorhanden sind. Dies ist insbesondere durch die COVID-Pandemie ein schwieriges Thema, für das es derzeit noch nicht viele Lösungen gibt.
Alternativen Bitten Sie Ihren Lieferanten mit einer wieder­verwendbaren Lieferver­packung zu liefern. Keine erdölbasierten Kunststoffe. Leitungswasser, wenn es sicher ist. Gefiltertes/behandeltes Leitungswasser, wenn es nicht sicher ist. Glasflaschen – auch mit Pfandsystem. Kompostierbare Säcke. Behälter aus Bambus. Pfandsysteme für Behälter. Baumwoll­masken, Gesichts­visiere aus Plastik anstelle von Masken.

Einwegverpackungen vermeiden

Reduzieren Sie den Einsatz von Einwegverpackungen, wo immer dies hygienisch und organisatorisch möglich ist. Bevorzugen Sie Produkte mit möglichst wenig oder nachhaltigeren Verpackungsmaterialien.

Eigene Behälter der Gäste akzeptieren

Ermutigen Sie Ihre Gäste, eigene Behälter für Speisen und Getränke zum Mitnehmen zu nutzen. Achten Sie dabei auf die Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften und gestalten Sie die Befüllung so, dass Kreuzkontaminationen vermieden werden.

Besteck nur bei Bedarf ausgeben

Fragen Sie Ihre Gäste aktiv, ob sie Besteck, Trinkhalme, Rührstäbchen oder andere Einwegartikel tatsächlich benötigen. Dadurch lassen sich unnötige Abfälle vermeiden.

Leitungswasser anbieten

Sofern die örtliche Wasserqualität dies zulässt, kann das Angebot von Leitungswasser den Verbrauch von Einwegflaschen reduzieren und Ressourcen schonen.

Mehrweg- und Pfandsysteme nutzen

Setzen Sie nach Möglichkeit auf Mehrwegverpackungen, Pfandsysteme sowie wiederverwendbare Behälter und Flaschen. Dies kann die Abfallmenge deutlich reduzieren.

Kunststoffabfälle fachgerecht recyceln

Trennen Sie Kunststoffabfälle sorgfältig und nutzen Sie vorhandene Sammel- und Entsorgungssysteme, damit die Materialien möglichst hochwertig verwertet werden können.

Refill-Angebote prüfen

Die Teilnahme an Refill-Initiativen kann dazu beitragen, Einwegflaschen zu vermeiden und gleichzeitig neue Gäste auf Ihren Betrieb aufmerksam zu machen.

Nachhaltiger verpackte Produkte bevorzugen

Berücksichtigen Sie bei der Beschaffung auch die Verpackung. Produkte mit geringem Verpackungsaufwand oder recyclingfähigen Materialien können Abfälle und Entsorgungskosten reduzieren.

Plastikfolie reduzieren

Prüfen Sie, wo sich der Einsatz von Plastikfolie durch wiederverwendbare Behälter, Deckel oder andere geeignete Alternativen ersetzen lässt, ohne Hygiene- oder Sicherheitsanforderungen zu beeinträchtigen.

Mitarbeitende einbeziehen

Ein geringerer Kunststoffverbrauch gelingt nur mit der Unterstützung des gesamten Teams. Informieren Sie Ihre Mitarbeitenden über die Ziele und Maßnahmen Ihres Betriebs und beziehen Sie sie aktiv in die Suche nach Verbesserungspotenzialen ein. Regelmäßige Schulungen und gut sichtbare Hinweise im Arbeitsalltag helfen dabei, neue Gewohnheiten dauerhaft zu etablieren.

Vertiefung

Gut zu wissen

Die gesetzlichen Anforderungen an Einwegkunststoffe haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Informieren Sie sich regelmäßig über aktuelle Vorgaben und prüfen Sie, welche Alternativen für Ihren Betrieb geeignet sind.

Einwegkunststoffe begegnen Gastronomiebetrieben in vielen Bereichen, beispielsweise bei Transport- und Lieferverpackungen, verpackten Lebensmitteln und Getränken, To-Go-Verpackungen, Frischhaltefolien oder bestimmten Hygieneartikeln.

63 % der METRO HoReCa-Kundinnen und Kunden von METRO auf nachhaltige Verpackungslösungen achten.*

* Kundenumfrage zur Nachhaltigkeit 2025 METRO Deutschland

Gleichzeitig arbeiten Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen kontinuierlich an neuen Verpackungslösungen und Alternativen zu herkömmlichen Kunststoffen. Es lohnt sich daher, aktuelle Entwicklungen zu verfolgen und regelmäßig mit Ihren Lieferanten über nachhaltigere Verpackungsmöglichkeiten zu sprechen.

Die problematischsten Kunststoffe

Polyvinylidenchlorid (PVDC)

Polyvinylidenchlorid (PVDC) wird aus Chlor hergestellt, das negative Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit haben kann. Die Entsorgung von PVDC durch Verbrennung ist problematisch, da es eine ähnliche Menge an Dioxinen erzeugt wie PVC

Polyvinylchlorid (PVC)

Polyvinylchlorid (PVC) wird für verschiedene Verpackungen und Kunststoffprodukte eingesetzt. Je nach Anwendung können dem Material Zusatzstoffe beigemischt werden, um bestimmte Eigenschaften wie Flexibilität zu erreichen. Herstellung, Verwertung und Entsorgung von PVC stehen seit Jahren im Fokus von Umwelt- und Ressourcenfragen. Im Vergleich zu vielen anderen Kunststoffen ist das Recycling von PVC technisch anspruchsvoller. Daher kann die Verwendung alternativer Verpackungsmaterialien in bestimmten Anwendungsbereichen dazu beitragen, Recyclingprozesse zu erleichtern und Stoffkreisläufe zu verbessern.


Achten Sie bei der Beschaffung auf die verwendeten Verpackungsmaterialien. Das Kunststoffkennzeichen "3" weist auf PVC hin. Prüfen Sie, ob für Ihre Anforderungen PVC-freie oder besser recycelbare Alternativen verfügbar sind und bevorzugen Sie diese, sofern sie die notwendigen Qualitäts-, Sicherheits- und Hygieneanforderungen erfüllen.

Expandiertes Polystyrol (EPS)/Styropor

Expandiertes Polystyrol (EPS), besser bekannt als Styropor, wird häufig für Transport- und Lebensmittelverpackungen verwendet. Obwohl EPS grundsätzlich recycelbar ist, wird es in der Praxis oft nur begrenzt wiederverwertet. Das Material besteht überwiegend aus Luft und weist ein großes Volumen bei geringem Gewicht auf. Dadurch können Sammlung, Lagerung und Transport vergleichsweise aufwendig und kostenintensiv sein. Darüber hinaus kann EPS leicht beschädigt werden und in kleine Partikel zerfallen, die nur schwer aufzusammeln sind. Verunreinigungen durch Lebensmittelreste oder andere Stoffe können das Recycling zusätzlich erschweren.


Prüfen Sie daher, ob für bestimmte Anwendungen wiederverwendbare oder besser recycelbare Verpackungsalternativen infrage kommen, ohne dabei Anforderungen an Hygiene, Produktschutz und Lebensmittelsicherheit zu beeinträchtigen.

Weiterführende Tipps

Sie können sogar noch weiter gehen, indem Sie Tipps für Fortgeschrittene zur Vermeidung von Plastikmüll anwenden:

Recyceln

01

Richten Sie einen Entsorgungs- und Sammeldienst ein

Fordern Sie Ihr kommunales Stadtwerk auf, dort, wo es keinen Entsorgungs- und Sammeldienst für Kunststoffe gibt, diesen einzurichten.

Verschließbare Mülleimer

02

Kaufen Sie in großen Mengen

METRO bietet Gastronomiebetrieben ein breites Sortiment an Großpackungen und bedarfsgerechten Gebinden. So können Sie Ihren Einkauf effizient gestalten und gleichzeitig Verpackungsaufwand reduzieren. Weitere Informationen zu unserem Sortiment finden Sie hier.

Waschbare Mülleimer

03

Erkundigen Sie sich bei Ihrem Großhändler und Ihren Lieferanten, was sie tun

Fragen Sie danach, was sie tun, um ihre Verpackungen zu verbessern und ob ein Sammelsystem oder eine Recycling-Station vorhanden ist. Sprechen Sie mit anderen Gastronomiebetreibenden darüber, was sie tun und bitten Sie diese, sich gemeinsam für eine Veränderung einzusetzen.

Einfacher Zugang zum Mülleimer

04

Spezielle Recycling- oder Rücknahmeprogramme

Für bestimmte Abfallarten können spezielle Recycling- oder Rücknahmeprogramme eine sinnvolle Ergänzung zur regulären Entsorgung sein. Informieren Sie sich bei Ihren Lieferanten, Entsorgungsdienstleistern oder Branchenverbänden über geeignete Angebote für schwer recycelbare Materialien und Verpackungen.

Kartons und Umverpackungen

05

Wiederverwendbare, wiederbefüllbare oder pfandbasierte Verpackungen

Sprechen Sie mit Ihren Lieferanten über Möglichkeiten, Produkte in wiederverwendbaren, wiederbefüllbaren oder pfandbasierten Verpackungen zu beziehen. Viele Lieferanten bieten inzwischen Mehrweg- und Rücknahmesysteme an, mit denen Verpackungsabfälle reduziert und Ressourcen geschont werden können.

Fortschritt

06

Überprüfen Sie Ihren Fortschritt

Überprüfen Sie die Veränderungen, die Sie vornehmen, und analysieren Sie die Menge an Kunststoffabfällen, die Sie dadurch vermeiden. Für den Anfang reicht manchmal bereits eine einfache Tabelle! Sprechen Sie mit Ihrem Personal darüber, wie viel Sie bereits eingespart haben und wie sie zu diesen Einsparungen beitragen.

Ihre Checkliste
  • Analysieren Sie Ihren Plastikverbrauch
  • Ergreifen Sie Maßnahmen zur Reduzierung Ihres Plastik- und Verpackungsmülls, indem Sie die Tipps bei dem Unterkapitel „Tipps“ oder sogar für Fortgeschrittene anwenden
  • Informieren Sie Ihr Personal und binden Sie es in alle Maßnahmen mit ein
  • Sprechen Sie mit Ihren Lieferanten und Ihrem Großhändler, um weitere Informationen zu erhalten
  • Informieren Sie Ihre Gäste über Ihre Fortschritte